Privatrechner — Windows
1. GCC installieren
Je nach Rechner müssen Sie einen Compiler für x64 (auch x86_64) oder für ARM installieren. Wie Sie das herausfinden, steht in der Installationsübersicht. Die meisten Windows-Laptops verwenden x64.
a. GCC (x64)
Als Compiler installieren wir GCC in der Umgebung UCRT64 von MSYS2. Diese Umgebung nutzt die aktuelle C-Laufzeitbibliothek von Windows (Universal C Runtime) und wird vom MSYS2-Projekt empfohlen. Dies funktioniert nur auf 64-Bit-x86-Windows-Systemen. Als Installationswerkzeug nutzen Sie MSYS2.
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Den Installer starten und sich den gewählten Installationspfad merken (z. B.
C:\msys64). Am besten den voreingestellten Pfad übernehmen. -
Gegebenenfalls die automatisch gestartete Shell des Installers schließen.
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Die UCRT64-Shell durch Ausführen des Programms
ucrt64.exe(z. B.C:\msys64\ucrt64.exe) starten. -
Im MSYS2-Terminal den folgenden Befehl ausführen und die Rückfragen zur Installation jeweils mit
Ybestätigen:pacman -S mingw-w64-ucrt-x86_64-gcc mingw-w64-ucrt-x86_64-gdbAchten Sie beim Kopieren darauf, dass keine weiteren Zeichen vor dem Befehl eingefügt werden, und entfernen Sie diese gegebenenfalls.
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Das Ende der Installation abwarten.
b. GCC für Windows 11 (ARM)
Auf ARM-basierten Rechnern (z. B. Surface Pro X oder Laptops mit Snapdragon-Prozessor) folgen Sie bitte der MSYS2-Anleitung für ARM64. Wenn dabei Probleme auftreten, helfen wir Ihnen im Tutorium gerne weiter.
2. GCC dem Pfad hinzufügen
Nun müssen Sie den installierten Compiler noch dem Ausführungspfad hinzufügen, damit Visual Studio Code ihn findet.
- In die Windows-Suche
Umgebungsvariablen(engl.Environment) eintippen und auf die OptionSystemumgebungsvariablen bearbeiten(engl.Edit the system environment variables) klicken. - Im neuen Fenster auf die Schaltfläche
Umgebungsvariablen(engl.Environment Variables) klicken. Es öffnet sich ein weiteres Fenster. Dort auf den EintragPathdoppelklicken. - Im neuen Fenster auf die Schaltfläche
Neu(engl.New) klicken und dort den Pfad zum Unterordnerbinder UCRT64-Umgebung einfügen (z. B.C:\msys64\ucrt64\bin). - Alle drei geöffneten Fenster in umgekehrter Reihenfolge mit
OKschließen. - Prüfen, ob die Installation des Compilers und das Hinzufügen des Pfades erfolgreich waren:
- PowerShell starten: Windows-Taste drücken,
PowerShelltippen und aufWindows PowerShellklicken. - Im neuen Fenster
g++ --versioneingeben. - Es sollte eine Ausgabe erscheinen, die mit
g++beginnt und eine Versionsnummer enthält. - Erscheint stattdessen eine Fehlermeldung, dass
g++nicht erkannt wird, wurde ein Schritt nicht richtig ausgeführt. Prüfen Sie in diesem Fall zuerst, was nicht funktioniert hat!
- PowerShell starten: Windows-Taste drücken,
3. Visual Studio Code installieren
- Visual Studio Code als Installer herunterladen.
- Den Installer ausführen und die Schritte durchgehen. Achten Sie darauf, dass der Installationspfad keine Umlaute (ä, ö, ü, ß, …) enthält.
Die Einrichtung von Visual Studio Code ist in der Hauptanleitung beschrieben.
4. FAQ und Probleme
Im Folgenden finden Sie Probleme, die häufig unter Windows auftreten. Wenn Sie hier keine Lösung für Ihr Problem finden, schauen Sie bitte auch in die allgemeinen FAQ.
Beim Kompilieren: cc1plus: fatal error: *.cpp: No such file or directory
Problem: Es wird keine Quelldatei gefunden.
Ursache: MSYS2 hat am 03.11.2024 die Voreinstellungen geändert („Disabling mingw-w64 wildcard support by default“). Seitdem wird der Platzhalter *.cpp nicht mehr zu den passenden Dateinamen erweitert, sondern wörtlich als Dateiname verwendet.
Lösung: Öffnen Sie die Datei .vscode/tasks.json in Ihrem Projektordner und suchen Sie im Abschnitt args den Eintrag mit *.cpp:
"args": [
"-fdiagnostics-color=always",
"-g",
"${fileDirname}\\*.cpp",
"-o",
"${fileDirname}\\${fileBasenameNoExtension}.exe"
],
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Programm aus einer einzigen Datei: Ersetzen Sie
"${fileDirname}\\*.cpp"durch"${file}". Dann wird immer die gerade geöffnete Datei kompiliert. -
Programm aus mehreren Dateien: Ersetzen Sie
"${fileDirname}\\*.cpp"durch einen Eintrag pro Datei, z. B.:"args": [
"-fdiagnostics-color=always",
"-g",
"${fileDirname}\\main.cpp",
"${fileDirname}\\bitmap.cpp",
"-o",
"${fileDirname}\\${fileBasenameNoExtension}.exe"
],Wenn Sie später eine weitere
.cpp-Datei hinzufügen, müssen Sie diese hier ebenfalls eintragen.
Sonderzeichen im Namen des Ordners
Problem: Enthält der Name des Ordners, in dem die Quelldateien liegen, Sonderzeichen, z. B. C:\Users\Görschwin Fey\meineProgramme oder C:\tmpö, funktioniert das voreingestellte Kompilieren in Visual Studio Code nicht.
Lösung: Einen anderen Ordner ohne Sonderzeichen anlegen und verwenden.
Compiler wird nicht gefunden (Option g++ fehlt nach Drücken des Play-Buttons)
Problem: Visual Studio Code bietet nach Drücken des Play-Buttons keine Option mit g++ an oder findet keinen C++-Compiler. g++ --version meldet im Terminal, dass g++ nicht erkannt wird.
Lösung:
- Prüfen Sie, ob Sie Schritt 2 (GCC dem Pfad hinzufügen) vollständig ausgeführt haben und ob der eingetragene Pfad (z. B.
C:\msys64\ucrt64\bin) tatsächlich existiert und die Dateig++.exeenthält. - Schließen Sie anschließend Visual Studio Code und alle offenen Terminals vollständig und öffnen Sie sie neu. Änderungen am Pfad werden erst nach einem Neustart der Programme wirksam.
#include <iostream> ist rot unterstrichen
Problem: Visual Studio Code versucht bereits während des Programmierens herauszufinden, ob die Datei kompilierbar ist. Trotz dieser „Fehlermeldung“ können Sie die Datei problemlos kompilieren und ausführen! Die Meldung entsteht, weil Visual Studio Code nicht weiß, welche Dateien mit Ihrem Compiler mitgeliefert werden.
Lösung: Damit Visual Studio Code diese Dateien kennt, klicken Sie in der blauen Leiste unten auf die Option Win32 und wählen anschließend Konfigurationen bearbeiten (Benutzeroberfläche) aus. Wählen Sie im sich öffnenden Tab unter Compilerpfad die Option aus, die auf g++.exe endet (z. B. C:\msys64\ucrt64\bin\g++.exe). Danach können Sie den Tab schließen, und die „Fehlermeldung“ sollte verschwinden.
Can not open output file / Permission denied
Problem: Einige Antivirenprogramme (z. B. Avira) verhindern Schreibvorgänge im Dokumentenordner.
Lösung: Das Antivirenprogramm öffnen und den betroffenen Ordner vom Virenscan ausschließen (Beispiel Avira).